Nathalia Edenmont

NATURE
07.05.-14.06.2008

Die Betrachtung der Natur war schon immer ein Mittel der Entspannung und Inspiration. Doch was, wenn die Natur zurück blickt? Ab dem 07. Mai 2008 präsentiert die Galerie Terminus Fotoarbeiten der in Schweden lebenden Ukrainerin Nathalia Edenmont, die ein Auge zurückwerfen werden auf ihre Betrachter und deren Verständnis von Schönheit und Natur.

Keine ihrer Arbeiten ist am Computer entstanden. Unzählige Schmetterlinge, Insekten, Schlangen und nicht zuletzt Hasen und Hühner sind Bestandteil der aufwendig arrangierten Arbeiten von Nathalia Edenmont, die ihre ganz eigene Interpretation von Natur zum Ausdruck bringen. Pflanzen und Tiere stehen im Kontrast zum Prozess der immer stärkeren Vergrößerung und Verfeinerung des Motivs hin zu einer umfassenden Künstlichkeit. Die unbarmherzige Isolierung vor monochromem Hintergrund sowie die „unnatürlichen“ Kompositionen lassen den Betrachter nur mit der Erinnerung einer unberührten Natur zurück. Die oberflächliche Schönheit, welche die Bilder ausstrahlen, ist ebenso Bestandteil der komplexen Thematik, mit der sich die Künstlerin beschäftigt, wie der kompromisslose und aufwendige Entstehungsprozess, der den Arbeiten zu Grunde liegt. Hunderten von exotischen Schmetterlingen werden sorgfältig die Flügel abgetrennt bevor sie als Blüten auf einem Blumenstiel arrangiert werden. Schlangen und Insekten werden präpariert, wie man es von alten Schaukästen aus Naturkundemuseen kennt. Die Augen, Zähne und andere Körperteile, die Eingang in die schaurig schönen Kompositionen finden, stammen von Hasen und Hühnern, welche die Künstlerin selbst geschlachtet und präpariert hat und deren Fleisch sie schließlich isst. Denn hinter den Blumen und Schmetterlingen steht immer auch eine Botschaft, der es nicht an gesellschaftlicher Relevanz fehlt. Nathalia Edenmont spricht auf diese Weise über die Doppelmoral einer zivilisierten Welt, die nicht länger Teil der Natur sein will, die sie immer noch ernährt und versorgt. In der Chicken Wings nichts mehr mit süßen Küken zu tun haben dürfen und es einen scharfen Unterschied zu geben scheint zwischen „Schnuffel“ im Hasenstall und dem Hasenbraten im Sternerestaurant.
Die Arbeit „Hedgehog“ (dt.: Igel) bringt diese Verbindung zwischen natürlicher Präsenz und künstlich geschaffener Klarheit auf eine subtile Weise zum Ausdruck, wie sie auch den Schmetterlingsarbeiten, die in der Galerie Terminus zu sehen sein werden, zu eigen ist. Ihrer Blätter und Blüten beraubt steht die Blume isoliert vor einem grell pinken Hintergrund. Anstatt Pollen und Blüten sitzt ein einzelnes blaues Auge im Zentrum der Blume und starrt den Betrachter ohne Regung oder Ausdruck an. Ohne Lider kann das Auge sich nicht schließen, kann nicht blinzeln oder sich abwenden. Es nimmt seinem Träger, der Blume, ihre naive Schönheit, beraubt sie ihrer natürlichen Attribute und lässt sie zurück als Betrachter einer ihr unbekannten Welt mit eine Blick, der ihr als Stachel dienen soll. Vielleicht als Stachel der Erkenntnis.

 
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